Verbessern KI-Tools wirklich die Leistungen von Studierenden an der Universität?
Die Nutzung von KI-Tools, die Texte, Bilder oder sogar Code generieren können, verändert schrittweise die Hochschulbildung. Eine aktuelle Studie untersuchte, wie Studierende aus sechs verschiedenen Studiengängen an zwei Universitäten diese Technologien in ihre akademische Arbeit integrieren. Die Forscher verglichen die Leistungen von Gruppen, die einen auf künstlicher Intelligenz basierenden Konversationsassistenten nutzen durften, mit denen von Gruppen, die auf traditionelle Ressourcen wie Lehrbücher oder Vorlesungsnotizen beschränkt waren.
Die Ergebnisse zeigen, dass Studierende mit Zugang zu dem Tool in der Regel bessere Ergebnisse erzielen, insbesondere in Fächern wie Informatik, Systemadministration oder kindlichen Entwicklungsstörungen. Diese Verbesserung ist besonders ausgeprägt, wenn die Studierenden aktiv und reflektiert mit dem Tool interagieren, zum Beispiel durch Umformulierung ihrer Anfragen, um präzisere Antworten zu erhalten. Ein positiver, wenn auch bescheidener Zusammenhang wurde zwischen der Anzahl der Änderungen an den Anfragen und der Qualität der akademischen Leistungen beobachtet.
Die befragten Studierenden heben mehrere Vorteile hervor: schnellen Zugang zu Informationen, Unterstützung bei der Klärung komplexer Konzepte und Zeitersparnis bei der Organisation ihrer Arbeit. Einige erwähnen auch die Möglichkeit, alternative Erklärungen zu erhalten, wenn traditionelle Quellen nicht ausreichen. Dennoch bleiben Bedenken bestehen. Häufig genannt werden Fehler oder ungenaue Antworten des Tools sowie das Risiko einer übermäßigen Abhängigkeit. Manche fürchten zudem, dass eine passive Nutzung dieser Technologien ihre eigenen Denkanstrengungen verringern könnte.
Die Erwartungen der Studierenden zeigen zudem den Wunsch nach interaktiveren und personalisierteren Tools. Viele wünschen sich multimodale Funktionen wie die Generierung von Bildern, Präsentationen oder Audioerklärungen sowie bessere Unterstützung für wissenschaftliche oder technische Fächer. Diese Anforderungen spiegeln einen wachsenden Bedarf an Anpassung an verschiedene Lernstile und an der Verringerung kognitiver Barrieren wider.
Die Studie legt nahe, dass künstliche Intelligenz das Lernen tatsächlich unterstützen kann, vorausgesetzt, ihre Nutzung wird begleitet und durch Schulungen im kritischen Denken ergänzt. Die unterschiedlichen Ergebnisse je nach Fachbereich deuten auch darauf hin, dass ihre Wirksamkeit vom Kontext und der Art der Nutzung durch die Studierenden abhängt. Schließlich eröffnen diese Beobachtungen Wege, um die Lehre zugänglicher zu gestalten, insbesondere für Studierende mit speziellen Bedürfnissen, indem das Potenzial dieser Tools genutzt wird, um vielfältige Erklärungen und angepasste Materialien anzubieten.
Références
Origine de l’étude
DOI : https://doi.org/10.1007/s10209-026-01315-w
Titre : Expanding the lens: multi-institutional evidence on student use of ChatGPT in higher education
Revue : Universal Access in the Information Society
Éditeur : Springer Science and Business Media LLC
Auteurs : Miguel Á. Conde; Rocío García-Pascual; Francisco J. Rodríguez-Sedano; Jesús-Ángel Román-Gallego